Zukunftsmodell Ehrenamt unterstützt das Hauptamt

Was wäre, wenn in Zukunft alle Vereine wie im Unternehmen von hauptamtlichen Mitarbeitern betreut und geführt wird. Was würde es aus der Vereinslandschaft machen? Ist das Ehrenamt dann überhaupt noch notwendig? Eine Vorstellung, die polarisiert und deshalb ist dieser Artikel auch immer als mögliches Zukunftsszenario anzusehen, welches von dir umgesetzt werden könnte.

Vorteile

Einige von euch Träumen insgeheim oder öffentlich davon aus ihrem Hobby ein Beruf machen zu können und nicht zusätzlich zum normalen Job den Verein am Laufen zu halten. Am Laufen halten ist das große Problem, was viele Verein in den letzten Jahren immer wieder haben. Der Wunsch, einen Verein ehrenamtlich zu unterstützen, sinkt gefühlt jährlich immer mehr, sodass sich Funktionäre immer wieder überlegen müssen, wie sie die aktuell anfallenden Arbeiten überhaupt noch stemmen können. Da kommt der Gedanken, dass hauptamtliche Mitarbeiter sich um den aktuellen Tagesbedarf kümmern, sehr recht.

Ein weiterer Vorteil wäre die damit verbundene Qualitätssteigerung. Ehrenamtliche Vereinsmenschen bringen oftmals nicht die nötige Erfahrung oder das Wissen mit, um den Verein zielführend weiterzuentwickeln. Es wird nur der aktuelle Status quo aufrechterhalten, aber so richtig vorankommen Verein mit ausschließlich ehrenamtlichen Unterstützern selten. Die Landesverbände versuchen durch Qualifizierungen und Lizenzen eine Grundqualität zu erreichen, aber es bedarf natürlich auch die Zeit, sich dieser Herausforderung zu stellen.

Hauptamtliche Mitarbeiter sorgen zusätzlich für eine Professionalisierung, die einen positiven Imagegewinn für die Vereinslandschaft bedeutet. Kommerzielle Anbieter werden heutzutage Positiver und Attraktiver wahrgenommen. Das ist gerade bei der Zielgruppe der jungen Erwachsenen ein Problem, weil Vereine hier große Schwierigkeiten haben, diese Zielgruppe im Verein zu behalten und für einen geschlossenen Vereinskreislauf zu sorgen. Hauptamtliche Mitarbeiter schaffen Arbeit für diese Zielgruppe und können dafür sorgen, dass ebenfalls durch gezielte Marketingaktionen das Image der Vereinslandschaft sich positiv verschiebt, um hier eine stärke Konkurrenz zu den kommerziellen Anbietern aufzubauen. 

Nachteil

Die Kosten sind natürlich als sehr wichtiger Faktor anzusprechen. Mitarbeiter müssen bezahlt werden und sorgen für immense Kosten, die viele nicht bereit sind zu bezahlen. Oftmals ist der Verein nicht dafür ausgelegt und die Umstellung auf ein neues System ist ebenfalls nicht gewünscht. Der bekannte Spruch: „Das war schon immer so!“ hat hier sehr starke Strahlkraft und sorgt für Negativität. Zusätzlich sind die Mitglieder oftmals nicht bereit die zusätzlichen Kosten zu tragen, weil sie den Vorteil nicht bereit sind mitzufinanzieren.

Zusätzlich ist der Bedarf an hauptamtlichen Mitarbeitern im Verein meistens nicht notwendig. Viele Vereine sind eher klein und können keine Vollzeitstelle bedienen, weil die Arbeit nicht vorhanden ist. Eine Umstellung macht nur Sinn, wenn die Vereine bereit sind, vermehrt Fusionen, Kooperationen oder Zusammenschlüsse einzugehen, die die Anzahl der Vereine verkleinert, die Prozesse zusammenfasst und die Arbeit zu bündeln. Das ist aber aufgrund ebenfalls vorhandener Glaubenssätze oder persönlichen Befindlichkeiten eher unwahrscheinlich.

Fazit

Das Potenzial ist groß und die Chance ist da. Leider sind die Glaubenssätze und die Bereitschaft eine große Hürde, wodurch nur vereinzelt Vereine die Chance nutzen, um ihre Strukturen umzustellen. Dies tuen sie aber nur, weil sie keine andere Option sehen und die Mitglieder ebenfalls bereit sind, die zusätzlichen Kosten und die zukünftigen Strukturen mitzutragen. Der Schlüssel, einen neuen Weg einzuschlagen, ist Transparenz. Es muss ein transparenter Weg aufgezeigt werden, der es jedem Vereinsmitglied ermöglicht, die Glaubensätze abzulegen und sich mit der möglichen neuen Zukunft zu identifizieren, anders wird das Ehrenamt niemals das Hauptamt unterstützen

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