Anleitung zur Erhöhung der Mitgliedsbeiträge

Kassier: „Uns fehlt Geld, wir müssen die Beiträge erhöhen.“, Vorstand: „Wo denkst du hin, da laufen uns doch alle Mitglieder weg!“. So oder so ähnlich kann sich häufig der verbale Schlagabtausch beim Thema Mitgliedsbeiträge. Vielleicht fragst du dich ja auch, wie du Vereinsbeiträge erhöhen kannst, ohne gleichzeitig Mitglieder zu verlieren? Denn du weißt, dass dringend neues Equipment benötigt, ein neuer Trainer finanziert oder eine neue Räumlichkeit angemietet werden sollte. Wie in deinem Fall wissen auch viele andere Vereinsverantwortliche, dass ihrem Verein Geld fehlt. Trotzdem sehe ich viele Funktionäre, die versuchen ihren Status Quo im Verein um jeden Preis aufrecht zu erhalten. Es ist einfach zum Haare raufen. Mit allen Mitteln wird versucht,  Veränderungen an Strukturen oder Prozessen – z. B. Beitrags- oder Trainingszeitanpassungen – zu vermeiden. Dies geschieht aus Angst, etwaige Veränderungen könnten sich negativ auf die Mitgliederzahlen auswirken. Lass mich dir eine Anleitung geben, wie du diesem Dilemma entkommst.

Chancen und Risiken einer Erhöhung der Mitgliedsbeiträge

Die große Angst – und sie ist durchaus gerechtfertigt – sind Kündigungen. Überschreiten sie eine für deinen Verein „kritische“ Schwelle, können sie deinem Verein mehr schaden, als dass er profitiert. Meiner Meinung nach ist dies aber auch schon das einzige, gerechtfertigte Risiko. Ihm gegenüber steht eine Vielzahl von positiven Aspekten. Durch Mehreinnahmen sind vielfältige Chancen für Investitionen gegeben. So können etwa Räume, Geräte und Trainingsmaterialien angeschafft werden, die deinen Verein voranbringen. Zudem wird eine bessere Bezahlung der Mannschaft, Trainer oder Abteilungen ermöglicht. Es bedarf nur der gründlichen und guten Vorbereitung, damit Beitragserhöhungen einen positiven Effekt erzeugen. Dafür möchte ich dir den folgenden Plan an die Hand geben. 

Schritt 1 – Wecke das Bedürfnis nach mehr!

Im ersten Schritt ist es wichtig, dass der Vorschlag zu einer Beitragserhöhung im Verein nicht von dir selbst kommt. Vielmehr sollte dieser Ansatz aus der Mitte der Mitglieder stammen. Dafür ist es notwendig, dass du bei deinen Mitgliedern „das Träumen anregst“, bestehende Bedürfnisse erkennst und neue Wünsche weckst. Zum einen eignen sich hierzu bequeme (Online-)Umfragen. Zum anderen kannst du im Rahmen informeller Gespräche oder offener Diskussionsrunden Anregungen und Ideen der Mitglieder sammeln.

Schritt 2 – Auswerten und Auflisten der Ergebnisse

Sammeln ist das Stichwort für dich! Zuerst verschaffst du dir einen Überblick über die Ergebnisse. Was ist sehr häufig vorgekommen und was ist tatsächlich relevant für den Verein. Erstelle eine konzise, anschauliche Übersicht, aus der einfach zu erkennen ist, was sich die Mitglieder wünschen.

Schritt 3 – Veröffentlichung der Ergebnisse

Nachdem du die Befragung und die Auswertung abgeschlossen hast und alles übersichtlich aufbereitet hast, ist die transparente Ergebnisveröffentlichung sehr wichtig. Die Mitglieder müssen das Gefühl haben, dass sie über jeden Ablauf informiert sind und an jeder Stelle mitentscheiden können. Dafür ist die umfassende Informationsweitergabe sehr wichtig!

Schritt 4 – Feedback einholen

Nach der Veröffentlichung der Umfrageergebnisse ist es wichtig nicht weiter zu gehen, sondern erneut die Mitglieder um ihre Meinung zu bitten. Wie finden sie das Ergebnis? Spielgelt es ihre Interessen korrekt wider oder sind relevante Punkte zu ergänzen oder irrelevante Punkte zu streichen? Hierdurch entwickeln die Mitglieder einen eigenen Bezug zu den zukünftigen Vorhaben und die Bindung an deren tatsächliche Umsetzung. Du weckst das Bedürfnis, die gesammelten Wünsche wirklich wahr werden zu lassen.

Schritt 5 – Auswertung und erneute Veröffentlichung

Nachdem du die ergänzenden Informationen wieder gebündelt hast, dürfen die Mitglieder natürlich wieder Einsicht nehmen und ihr Feedback geben. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, zu dem du gerne schon die Zahlen, Daten und Fakten vorstellst, was die Wünsche kosten und die Mitglieder bittest Lösungen zu erarbeiten, wie der Verein die Vorhaben umsetzen könnte.

Schritt 6 – Lösungsfindung für die Umsetzung

Nachdem die Mitglieder mit der Problemstellung der Umsetzung konfrontiert wurden, gilt es auch hierzu die Lösungsvorschläge der Mitglieder entgegenzunehmen und zu besprechen. Hierbei können viele gute Möglichkeiten, wie etwa Ansätze zur Beitragserhöhung, erarbeitet werden. Durch die fortlaufende Einbeziehung der Mitglieder hast du natürlich auch deren Mitwirken an und deren Verständnis für die Erhöhung sichergestellt. Das Risiko einer Kündigungswelle hast du damit minimiert.

Kündigungen sind Alltag

Darüber hinaus brauchst du dir Grundsätzlich keine Sorgen in Bezug auf Kündigungen zu machen. Kündigungen sind im Vereinsleben Alltag. Es passiert immer, dass Mitglieder aus nachvollziehbaren Gründen nicht mehr am Sportvereinsleben teilnehmen können. Durch Beitragserhöhungen entsteht nur ein (weiterer) konkreter Anlass, die Kündigung, die unter Umständen ohnehin bereits beabsichtigt war, vorzuziehen. Oftmals stehen also Beitragsanpassung und Kündigung nicht in direkter Kausalbeziehung. Mach dir also keine Sorgen. Bedenke auch, dass Mehreinnahmen nicht nur dafür sorgen, mehr finanzielle Möglichkeiten zur Verfügung zu haben, sondern auch dafür dienen, die Verluste aus Kündigungen aufzuwiegen.

Fazit

Diese Anleitung soll dich dazu ermutigen, die Angst vor Veränderungen abzulegen. Ja, Beitragserhöhungen sind zeitaufwendig und intensiv in der Vorbereitung, aber es lohnt sich definitiv für den Verein. Falls du noch mehr erfahren willst, dann abonniere den Newsletter, um auf regelmäßiger Basis Tipps für erfolgreiche Vereine zu erhalten.  

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