Organisationsform eines Kampfsportclubs – Welche Endung wählst du?

Ich bin bekennender Karateka, weil mich meine Eltern in Kindheitstagen dafür angemeldet haben. Sie haben dort jemanden gekannt, der einen Verein als Funktionär geleitet hat und mich dort mit meinem Bruder zusammen angemeldet. Wie der Zufall so will. Ich bin mir sicher, dass ich sonst auch andere Kampfsportarten wie Judo, Taekwondo, Jiu-Jitsu usw. angefangen hätte. Nun bin ich Karateka geworden und habe hier alle Stufen vom Breiten- bis zum Spitzensport mit EM und WM-Teilnahme durchlaufen. Als Sportler macht man sich nicht viele Gedanken und trainiert für seine sportlichen Ziele und will der Beste werden. Mit 16 Jahren habe ich angefangen mein Wissen an andere weiterzugeben, dadurch wandelte sich mein Fokus. Als ich immer mehr mit der Sportpolitik und mit den Mechanismen dahinter involviert wurde, veränderte sich der Fokus auf das große Ganze.

Hier habe ich meine Leidenschaft entdeckt und in den vergangenen Jahren eigene Sportorganisationen gegründet und mir selber viele Gedanken gemacht.

Als Sportler hatte ich das Glück viel reisen zu können und viele Sportvereine kennenzulernen. Dabei ist mir einiges aufgefallen und ich möchte meine Erfahrungen mit dir teilen.

Bei der Gründung eines Kampfsportclubs gibt es drei mögliche Organisationsformen, aus denen man wählen kann:

  • Möglichkeit 1 – Du gründest einen eigenen Verein
  • Möglichkeit 2 – Du meldest einen eigenen Sportclub an (z.B. Einzelunternehmen)
  • Möglichkeit 3 – Du gründest ein eigenes Institut (z.B. GbR oder GmbH)

Ich möchte dir kurz beschreiben, welche Unterschiede meiner Meinung nach in den einzelnen Bereichen bestehen, denn ich finde, dass oft der Fehler passiert, dass sich im Vorfeld einer Gründung zu wenige Gedanken über die Organisationsform gemacht werden. Es wird nach dem Bauchgefühl entschieden und das ist meiner Meinung nach nicht gerade ratsam. Alle drei Möglichkeiten bieten für den externen Betrachter einen anderen Blick auf die Angebote und ich verbinde damit auch andere Inhalte. Ich möchte dir jede Möglichkeit erläutern und dir meine Sichtweise schildern.

Möglichkeit 1 – Ein eigener Verein

Wer als eingetragener Verein beschrieben ist, wird vom Staat bevorzugt, aber unterliegt der Gemeinnützigkeit. Es sind hier rechtliche Voraussetzungen zu beachten, die bei der positiven Entwicklung zu Hürden führen können. Vereine haben in der Gesellschaft ein klassisches Bild vom Low-Budget, d.h. es ist relativ günstig Mitglied zu werden und das Training in Anspruch zu nehmen.

Ein Verein zeichnet sich zusätzlich durch eine starke Gemeinschaft und das Ehrenamt aus. Das sind sehr starke Punkte, die wirklich toll sind, um sich für eine Vereinsgründung zu entscheiden. Wenn Vereine aus der Historie gewachsen sind, bestehen aber oft alte Strukturen mit Denkweisen, die in der aktuellen Entwicklung kontraproduktiv sind und für den Verlust des Stellenwertes von Vereinen sorgen. Ich selber habe auch zu Beginn meiner Laufbahn einen Verein gegründet, weil ich nicht weiter darüber nachgedacht habe, aber im Laufe meiner Jahre, habe ich andere Erfahrungen gemacht, die mich heute teilweise zu anderen Möglichkeiten führen, um meine Ziele zu erreichen. Dazu kommen wir jetzt.

Möglichkeit 2 – Ein eigner Sportclub

Einen eigenen Sportclub kann jede Einzelperson gründen, indem sie beim Gewerbeamt eine Gewerbeanmeldung mit Namen und Dienstleistungsbeschreibung durchführt. Es gibt natürlich auch Gesellschaftsformen, die größere Sportclubs wählen, weil es hier um Absicherung und finanzielle Vorteile geht. Sportclubs sind, außer den üblichen steuerlichen Vorgaben, keiner Regulierung unterlegen und die Preise der Angebote können frei gewählt werden. Ein Sportclub oder auch Sportschule vermittelt einen kommerziellen Zweck und für den äußeren Betrachter liegt der Fokus auf der beruflichen Ausübung der Tätigkeit. Personen, die Dienstleistungen und Trainingsangebote schaffen, wollen diese hauptberuflich durchführen. Dafür ist der Interessent meist bereit auch einen höheren Preis zu bezahlen, weil er sich mehr Qualität verspricht. Ein typisches Beispiel sind Tanzschulen, welche meist deutliche höhere Preise aufrufen als zum Beispiel ein Handballverein.

Ich möchte klarstellen, dass ich einen Betrachter von außen darstelle, der gesellschaftlich ein Bild im Kopf hat. Ein Verein kann natürlich auch die gleiche Qualität anbieten, aber im Kopf des Betrachters, der nur äußerlich eine Einschätzung machen kann, wird mit der Sportschule mehr Professionalität verbunden, als mit einem Verein. Diesen Vorteil kann die Sportschule ausnutzen.

Möglichkeit 3 – Ein eigenes Institut

Von außen betrachtet ist das Institut eine Organisation mit einem festen Standort und eine Anlaufstelle für Meister und Experten, um sich miteinander auszutauschen und Fortbildungen in Anspruch zu nehmen. Für Menschen hat solch eine Einrichtung eine Strahlkraft, die eine Exklusivität vermittelt, die klar macht, dass in dieser Organisation nicht einfach nur Training stattfindet, sondern hier ein Angebot geschaffen wird, um zukünftig viel für das eigene Leben mitzunehmen. Als Institut können auch Dachorganisation verstanden werden, welcher sich Vereine und Schulen anschließen, um sich zu einem Verbund zusammenzuschließen.

Wer sich also für ein Institut als Gründungsform entscheidet, hat eine Vision, die er gerne nach außen weitertragen möchte. Das kann eine gute Möglichkeit sein, um sich von Konkurrenten und Marktteilnehmern noch einmal zu unterscheiden. Wichtig sind aus meiner Sicht das Ambiente und die Räumlichkeit. Wenn wir uns die Bereitschaft für die Mitgliedschaft ansehen, habe ich schon angedeutet, dass durch den Namen und die vermittelte Exklusivität auch eine höhere Zahlungsbereitschaft vorhanden ist, als bei Vereinen und Sportschulen. Die Voraussetzungen sind höher, als bei einer Sportschule oder einem Verein.

Warum hast du dich also für deine Organisationsform entschieden und würdest du in Zukunft anders handeln?

Mir ist wichtig, dass du erkennst, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt und auch hier unterschiedliche Vor- und Nachteile vorhanden sind. Wer sich nicht ständig hinterfragt und im Vorfeld seine Hausaufgaben macht, der verschenkt viel Potenzial und am Ende natürlich auch Erfolg.

Falls du mit mir in den Austausch kommen willst und erfahren willst, was für dich die richtige Organisationsform ist, dann sicherere dir einen Gesprächstermin und lass und über deine aktuelle Situation sprechen. (Hier Termin sichern)

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